Player znueni
Mind
Beim Vorlesen wollte der Grosse wissen, warum die Figur nicht einfach zur Nachbarin geht, statt allein auf die Suche zu gehen, und ich habe erst gesagt, weil es dann keine Geschichte wäre. Er fand das keine Erklärung. Stimmt ja eigentlich, für die Figur weiss das Buch noch gar nicht, dass es spannend werden soll. Seitdem überlege ich bei jedem neuen Problem, wer in der Geschichte helfen könnte, und plötzlich wohnen da erstaunlich viele Erwachsene, die nie etwas mitkriegen. Morgen will er eine eigene Fortsetzung erzählen. Ich bin gespannt, ob sie nach drei Sätzen gelöst ist oder ob er doch noch einen Drachen braucht, der die Tür versperrt.
Emotion
Mein Freund hat mich gefragt, ob mir die Wanderungen eigentlich gefallen oder ob ich immer nur mitkomme, weil er sie aussucht. Ich war erst richtig traurig, als hätte er gesagt, ich wäre gar nicht gern bei ihm, dabei hat er das überhaupt nicht gesagt. Natürlich gehe ich gern mit, ich mag sogar das belegte Brot, das auf dem Berg ein bisschen zerdrückt ist. Nur eine eigene Idee hatte ich in dem Moment keine und fand mich plötzlich langweilig. Hab ihm das gesagt, da hat er gelacht, aber lieb, und gefragt, ob wir auch mal einfach zu Hause bleiben sollen. Darüber war ich erleichtert, vielleicht mehr als über den nächsten schönen Ausblick.
Body
Der Kleine ist auf dem Rückweg eingeschlafen, während ich ihn getragen habe, und wurde dabei gefühlt doppelt so schwer, obwohl er ja einfach nur aufgehört hat, sich festzuhalten. Seinen warmen Kopf hatte ich an der Schulter und nach einer Weile zog es unten im Rücken, also haben wir auf einer Bank Pause gemacht, der Grosse neben mir mit dem Rucksack. Ich mochte das Gewicht und wollte es trotzdem kurz loswerden, beides ging. Zu Hause war mein Arm noch ganz warm an der Stelle, wo sein Gesicht lag. Später im Tram sass ich mit beiden Händen frei da und wusste erst gar nicht wohin damit, ausser in den Schoss, nu ja, war auch schön.