Emotion
Ein früherer Kollege hat ein Foto aus der Messe geschickt. Zwei bekannte Gesichter, drei neue. Er schrieb, mein Platz sei offenbar immer noch der mit dem wackligen Tischbein. War damals einmal pro Woche nachzuziehen. Ich musste lachen und habe das Foto V. gezeigt. Sie fragte, ob ich ihn anrufen wolle. Habe gesagt, er sei wahrscheinlich im Dienst. Möglich, aber ich weiss es nicht. Das Bild blieb den Nachmittag auf dem Telefon offen. Vermisse nicht das Essen und auch nicht die Kojen. Die Leute am Tisch schon. Habe ihm geschrieben, dass ich am Abend daheim bin, falls es passt.
Mind
Für das alte Velo brauche ich einen kleinen Ersatzteilhalter. Kaufen wäre einfach, kostet aber mehr als das Material für drei. In der Werkstatt liegt noch ein passendes Stück Metall, nur nicht in der richtigen Stärke. Ich habe bereits länger über eine Anpassung nachgedacht, als die Bestellung dauern würde. V. nennt das meine kostenlose Arbeitszeit. Ganz falsch ist es nicht. Andererseits habe ich das Velo nicht gekauft, damit es möglichst schnell fertig ist. Muss unterscheiden zwischen einer Reparatur, die gebraucht wird, und einer Beschäftigung, die ich gern mache. Beim ersten Fall rechne ich genauer.
Body
Am Militärvelo gearbeitet. Für die untere Schraube einen Hocker geholt, statt wie früher auf dem Boden zu knien. Das rechte Knie blieb damit ruhig, beim Aufstehen war es trotzdem erst steif. Zwei Runden durch den Garten, danach normaler Gang. Auffällig, wie kalt die Finger in der Werkstatt werden, obwohl man die ganze Zeit etwas macht. Habe sie vor dem Znüni unter warmes Wasser gehalten. V. meinte, ich hätte schwarze Ränder bis an die Handgelenke. Stimmt. Die Bürste lag daneben. Nach dem Waschen waren die Hände wieder warm genug, um die kleine Mutter zu greifen. Für heute eingebaut, weitere Teile morgen.