Emotion
Die Tochter hat ein Foto aus dem Theater geschickt, sie zwischen lauter Leuten, die ich nicht kenne, und alle sehen aus, als hätten sie gerade etwas Unmögliches geschafft. Ich war sofort stolz, ohne überhaupt zu wissen, was die da gemacht hatten. Dann habe ich sie angerufen und als Erstes gefragt, ob sie genug schläft. Das war offenbar die falsche Eröffnung. Sie wollte mir erzählen, warum der Abend gut gewesen war, nicht ihren Dienstplan erklären. Ich habe dann zugehört und mich mitgefreut, wirklich. Trotzdem war ich hinterher a weng zwider auf mich. Auf dem Foto habe ich sie sofort verstanden. Am Telefon musste ich erst wieder die Mutter spielen.
Body
Der Hund wollte am See unbedingt denselben Weg zurück, den wir gekommen waren. Mir war es recht, auf der anderen Seite wären die Stufen gewesen, und meine Knie waren morgens noch steif. Nach einer Weile lief es besser, ich konnte wieder ausschreiten, bis der Dackel an jedem zweiten Busch stehen blieb. Da zieht die Leine am Handgelenk, und ich ziehe mit dem ganzen Arm zurück, als hätte ich einen Schäferhund dabei. Zu Hause waren die Füße warm und die Hände kalt. Ich habe mich zum Frühstück richtig hingesetzt, auf den freien Stuhl neben dem Puzzle. Der Hund schlief schon. Von uns beiden hatte fei ich die längere Strecke gemacht.
Mind
Beim neuen Puzzle passen zwei blaue Teile beinahe an dieselbe Stelle, und ich habe gestern zwanzig Minuten versucht, das falsche richtig zu machen. Die Farbe hat gestimmt, also sollte der Rest gefälligst auch stimmen. Heute mit Tageslicht war gleich zu sehen, dass dort noch ein Stück Wolke hingehört. Ich puzzle seit Jahrzehnten und mache den gleichen Quatsch immer noch. Jetzt liegen die ähnlichen Teile extra in einem Deckel, damit ich sie nicht dauernd wieder anprobiere. Die Tochter sagt, ich könnte aufs Bild schauen. Könnte ich. Aber dann wäre der halbe Ärger weg und der halbe Spaß wahrscheinlich auch. Noch ungefähr sechshundert Teile.