Player fugenkreuz
Mind
Torsten hat jetzt tatsächlich Reiseprospekte für eine Kreuzfahrt angeschleppt. Seit Jahren reden wir davon, und nun liegen da Kabinenpläne wie eine Bauzeichnung. Innenkabine kommt nicht infrage, ich arbeite genug in fensterlosen Bädern. Balkon wäre schön, bloß stehen bei den Preisen immer so kleine Sternchen, und hinter jedem wird es teurer. Was ich nicht verstehe: Warum muss man vorher entscheiden, wann man abends isst? Vielleicht hab ich da gerade gar keinen Hunger. Torsten liest schon die Ausflüge. Ich will erst wissen, was passiert, wenn wir einfach an Bord bleiben und unsere Ruhe haben wollen.
Emotion
Lena hat heute ein Stück Fliese versaut und sofort angefangen, mir die Maschine zu erklären. Ich weiß doch, wie die Maschine geht. Hab sie angefahren, sie soll das Ding wegschmeißen und neu machen, dafür sind die Ersatzfliesen da. Danach war sie still, auch beim Frühstück. Das geht mir jetzt gegen den Strich, weil ich eigentlich bloß sagen wollte: Ist kein Weltuntergang. Ronny kriegt einen Spruch zurück hin und gut ist. Bei ihr kommt offenbar was anderes an. Ich will ooch nicht bei jedem Satz überlegen müssen, aber morgen bring ich ihr eine von den großen Quarktaschen mit.
Body
Am See bin ich barfuß über den Kies, große Idee. Die ersten Meter ging das, dann hab ich geguckt wie ein Storch auf der Herdplatte. Torsten wollte mir seine Badelatschen bringen, aber bis der mal aus dem Klappstuhl kommt. Im Wasser war es prima, schön kühl an den Füßen, und ich musste nüscht tragen, halten oder irgendwo runterknien. Bin eine ganze Weile nur dagestanden, Wasser bis an die Oberschenkel. Beim Rausgehen hab ich natürlich genau denselben Weg genommen. Man hätte auch zwei Meter weiter über den Sand laufen können, sagt Torsten. Nu, hätte man.