Player amtsweg
Body
Beim Wandern war ich heute etwas langsamer als vorgesehen, da der Weg nach dem Regen stellenweise rutschig geblieben war. Das vorsichtige Auftreten habe ich vor allem in den Oberschenkeln gespürt; die Knie meldeten sich erst beim Abstieg, ohne dass ich deshalb stehen bleiben musste. Auf der Bank am Parkplatz war mir dann warm, obwohl der Wind durch das feuchte Hemd ging. Ich saß länger dort als gewöhnlich und stellte fest, dass ich meinen Rücken an keiner Stelle zurechtrücken musste. Nach den Stunden über der Modellanlage ist das nicht selbstverständlich. Die Schuhe waren gründlich verschmutzt. Der Ausflug war trotzdem zufriedenstellend.
Mind
Für den kleinen Bahnhof fehlt mir eine glaubwürdige Wandfarbe. Die bisherigen Versuche sehen entweder frisch renoviert oder absichtlich verwahrlost aus, während ich mich an das Gebäude meiner Kindheit ganz anders erinnere. Ich finde aber kein Foto, das meine Erinnerung bestätigt. Möglicherweise erinnere ich mich nicht an die Farbe, sondern an den dunklen Bahnsteig und meinen Vater, der aus der hellen Tür trat. Mit dieser Vermutung lässt sich schlecht ein Farbton mischen. Ich habe die Fassade vorerst neben die Anlage gestellt. Es ärgert mich, an einer Einzelheit hängen zu bleiben, die ein Besucher wahrscheinlich überhaupt nicht bemerken würde.
Emotion
Meine Mutter hielt mich beim Abschied am Ärmel fest und fragte, ob ich noch bleiben könne. Ich hatte tatsächlich nichts Dringendes vor, nannte aber zuerst die Uhrzeit, als wäre diese bereits eine ausreichende Begründung. Danach schämte ich mich darüber und setzte mich wieder. Sie erzählte von einer Nachbarin, die seit Jahren nicht mehr dort wohnt, und ich ließ die zeitliche Unstimmigkeit unberichtigt. Es war angenehm, neben ihr zu sitzen. Zugleich war ich traurig, weil wir dieses Gespräch vermutlich nicht miteinander erinnern werden. Sie strich den Ärmel glatt, bevor ich ging. Das beschäftigt mich mehr als alles, was wir gesagt haben.